Qigong

Inzwischen ist der Begriff Qigong weitläufig bekannt, vielen ist er in irgendeiner Form bereits begegnet – Qigong liegt im Trend – mal sportlich, mal entspannend. Ebenso wie in den einzelnen Bewegungsformen begegnet uns auch in der Schreibweise des Begriffes eine Vielfalt:

Ob Qi-Gong, Chi Gong, Tschigong der dergleichen … alles bezeichnet die Pflege unserer Lebensenergie Qi.

Sie haben es sicher bereits bemerkt – der korrekte Schreibgebrauch lautet: Qigong.

Doch was genau steht eigentlich hinter der „Pflege dieser Lebensenergie“ ?

Qigong ist eine der tragenden Säulen der traditionellen, chinesischen Medizin. Ähnlich wie bei uns in Europa werden für die ganzheitlich betrachtete Erhaltung der Gesundheit verschiedene Einflüsse auf unseren Organismus berücksichtigt. Hierzu zählen: Ernährung, Tuina (Meridianmassage), Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Akupunktur und die Bewegungslehre „Qigong“.

Qigong, mit überwiegend präventivem Charakter, gliedert sich vor allem in das bewegte Qigong (Donggong) und das stille Qigong (Jingong).

Im Jinggong konzentriert der Übende seine Aufmerksamkeit auf die Bewegungen im Inneren des Körpers – auf den Fluss der uns innewohnende Energie. Die Energie (Qi) folgt unseren Gedanken und wir lenken sie somit in die gewünschte Richtung. Für den aussenstehenden Betrachter sind keine körperlichen Bewegungen sichtbar und ihm erscheint der Übende in einem meditativen Zustand.

In den Übungen des Donggong bewegen wir unseren Körper, kräftigen unsere Muskulatur und stärken unsere Abwehrkräfte. Die Bewegungsabläufe entstanden als ein Abbild aus den Beobachtungen der Natur. So entwickelten sich zahlreiche Übungsformen, denen jedoch 3 Aspekte allen gemeinsam sind: die Schulung von Körper, Atmung und Vorstellungskraft.

In der fernöstlichen Lebensphilosophie, welche sich grundlegend und umfassend in allen Formen des Qigong wiederspiegelt, betrachtet sich der Mensch nicht wie ihn unserer Kultur üblich als über allem stehend, sondern wir Lebewesen sind Teil der Natur. Wir sind Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Als solches tragen wir dazu bei, die Gesetze der Natur im Einklang zu halten und wir tragen Verantwortung sowohl für uns, als auch für unsere Umwelt. Denn alles ist mit allem verbunden – alles ist voneinander abhängig – alles beeinflusst sich in gegenseitiger Wechselwirkung. Die Erde lässt Pflanzen wachsen und versorgt uns Menschen mit materieller Nahrung. Sonnenlicht ermöglicht den Pflanzen die Herstellung von Sauerstoff und lässt uns Menschen somit atmen. So erhalten uns Himmel und Erde am Leben. Was geben wir Menschen unserer Umwelt zurück ?

Qigong bedeutet „die Pflege der Lebensenergie“. Wir können achtsam mit unseren Lebensenergien „Sauerstoff und Nahrung“ umgehen – sowohl ausserhalb, als auch innerhalb unserer physischen Grenzen. Wir können Ressourcen schonen und nur so viel verbrauchen, wie wir wirklich benötigen. Das ist weitaus weniger, als wir denken. Durch Qigong werden wir achtsamer für das, was uns gut tut, wir lernen von der Natur, wir finden Wege, uns mit ihr zu verbinden und ihre Kräfte sinnvoll zu nutzen. Dadurch schaffen wir einen Ausgleich der inneren und äusseren Energien. Befinden wir uns im Einklang, richten sich unsere Gedanken positiv aus, das Qi (Energie) folgt unseren Gedanken und wir tragen diese Harmonie in unsere Umwelt. Der Resonanz folgend, kommt alles, was wir aussenden, wieder zu uns zurück.

Alles, was von aussen, aus unserer Umwelt, auf uns einwirkt, macht etwas mit uns. Lassen wir es ungefiltert geschehen, manifestieren sich Krankheiten. Es ist demnach wichtig, die Vielzahl von Eindrücken zu verarbeiten. Qigong, ob bewegt oder still, unterstützt uns darin, die von aussen ankommenden Energien zu filtern, zu transformieren, zu harmonisieren und loszulassen. So werden wir frei von Negativem, füllen uns mit Positivem und geben diese positive Ausstrahlung wieder in unsere Umwelt. Damit schliesst sich der Kreis der Wandlung und beginnt von Neuem – entsprechend dem Yin-Yang Prinzip.

Mit Übungen des Qigong bewegen wir uns sehr, sehr langsam. Wir führen diese achtsam und akkurat aus. Wir folgen unserer natürlichen Atmung. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das körperliche Geschehen. Folglich verbessern sich unsere Haltung, unsere Bewegungsabläufe, unsere Atmung und unsere Konzentration. Durch die verbesserte körperliche Wahrnehmung lernen wir zu unterscheiden, was uns gut tut und auf was wir gerne verzichten können. Künftig wird es uns leichter fallen, zu entscheiden. Wir sparen uns unsere Kräfte für die wirklich wichtigen Dinge.

Wir lernen loszulassen und schaffen damit Platz, den wir mit Positivem füllen. Dadurch stärken wir unsere innere Kraft. Wir schaffen geistige und körperliche Reserven, die wiederum unser Immunsystem stärken. Durch die gewonnene Lebensenergie finden wir wieder Freude am Alltag und sind in der Lage, Herausforderungen in Ruhe zu meistern.